Die Bedeutung unserer Kirchenfenster

Des öfteren wurde in von Gemeindegliedern nach der Bedeutung unserer Kirchenfenster gefragt. Der Künstler selbst kann nicht mehr Auskunft geben, da er vor etlichen Jahren gestorben ist. Durch intensives Suchen eines unserer Gemeindeglieder und die Aufmerksamkeit unseres Archivrevisors konnte die Kirchenpflege folgendes in Erfahrung bringen.

 

Die drei Chorfenster aus dem Jahr 1966 haben eine doppelte Bedeutung.

Von links nach rechts zeigen sie einerseits symbolisch die Dreieinigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Andrerseits stellen sie die Schöpfung, die Leidensgeschichte und die Ausgiessung des Heiligen Geistes dar. 

Auf dem Schöpfungsfenster sind die Sonne, A und O (griechisch Alpha und Omega - An- fang und Ende), Tiere und Pflanzen dargestellt. In Anlehnung an das Rickenbacher Gemeindewappen sehen wir die Trauben.

Das mittlere Fenster übernimmt Passionsbilder der mittelalterlichen Kunst, die einund- zwanzig Leidenswerkzeuge. Wir sehen daraus die Dornenkrone, Kreuz und Nägel, Geissel, die Fackeln bei der Gefangennahme, den Hahn sowie Würfel und Becher der Soldaten des Pontius Pilatus. Unten links ist das Wassergefäss dargestellt, in dem sich Pontius Pilatus vor dem Volk seine Hände in Unschuld wusch, daneben der essiggetränkte Schwamm auf einem Ysopstengel, mit dem Jesus seinen Durst löschen sollte.

Das dritte Fenster schafft die Verbindung von den Flammen des Himmels, der Ausgiessung des Heiligen Geistes, zur Verkündigung mit der Darstellung des Abendmahles mit Brot und Wein.

Die beiden sich gegenüberstehenden Fenster im Kirchenschiff sind rund zwölf Jahre später hinzugekommen, bilden aber von der Gestaltung und den Farben her mit den Chor- fenstern eine Einheit. Sie sind das Geschenk einer Stifterin, die nicht genannt sein will. 

Links das Weihnachtsfenster mit dem Weihnachtsstern, der auf Bethlehem hernie- derstrahlt. Gleichzeitig könnte man in dem Bild das von Gott erleuchtete himmlische Je- rusalem erkennen.

Das Osterfenster auf der anderen Seite zeigt die Strahlen der Auferstehung aus der dunklen Tiefe. Im sich öffnenden Strahlenbündel ist ein bekanntes altchristliches Symbol zu erkennen: der sterbende Pelikan, der mit seinem Herzblut seine allein zurückbleibenden Jungen vor dem Verhungern und Verdursten bewahrt.

Alle fünf Fenster wurden vom Kunstmaler Jacques Schedler aus Warth TG geschaffen. Von ihm stammen auch die Fenster in der katholischen Kirche St. Josef in Sulz - eine schöne ökumenische Gemeinsamkeit. Hergestellt wurden die Fenster von der Glasmalerei Engeler in Andwil SG.

Nach Gm/2003